Reaktionen auf mein erstes Buch

„Menschen - Unmenschen“:

Liebe Leserinnen und Leser!

Zuerst möchte ich mich bei allen Lesern meines ersten Buches ganz herzlich bedanken und will euch erklären, warum ich mein Versprechen gebrochen habe, als nächstes Buch „Schatz, wann sagst du mir die Wahrheit?“ zu schreiben und stattdessen eine weitere Ausgabe des Buches „Menschen - Unmenschen“ mit neuen Geschichten veröffentliche:

Am sechsten Tag nach der Herausgabe meines ersten Buches „Menschen - Unmenschen“ bin ich in ein Kaffeehaus gegangen und elf Jugendliche waren anwesend. Sie haben mir zu meinem Buch gratuliert und mir wunderbare Komplimente ausgesprochen. Ich konnte nicht glauben, dass sie mir Lob aussprechen wollten, und eigentlich hatte ich es auch gar nicht verdient. Aber plötzlich riefen alle wie aus einem Mund: „Zugabe! Zugabe!“

Sie meinten, ich soll noch eine weitere Ausgabe meines erschienenen Buches herausgeben, mit neuen Geschichten natürlich. Sie wussten nämlich, dass ich noch viele Geschichten zu erzählen habe, denn einige - die ich in meinem ersten Buch nicht niedergeschrieben habe - hatte ich ihnen irgendwann einmal erzählt.

Sie gaben mir sozusagen den „Auftrag“ noch mehr von meinen Erlebnissen in Form eines zweiten Buches weiterzugeben.

Einige Tage später habe ich wieder vereinzelt gehört, dass die Menschen auf die zweite Ausgabe meines Buches warten und so habe ich mein Wort darauf gegeben, ihnen weitere meiner Erlebnisse in Buchform mitzuteilen.

Wenn Sie sich erinnern können, habe ich in meinem ersten Buch davon gesprochen, dass ich meine „Aufgabe als Mensch“ bereits erfüllt habe, wenn dieses Buch auch nur einem einzigen Menschen zugute kommt und er für sein Leben etwas daraus gewinnen kann.

Genau drei Tage nach der Veröffentlichung des Buches habe ich eine wunderschöne Erfahrung gemacht: Im Hof eines Gasthauses kam ein Junge - ich kannte ihn nur flüchtig - im Alter zwischen 13 und 14 Jahren auf mich zu und sagte: „Javad, dein Buch ist toll, bitte schreibe weiter. Ich werde alle deine Bücher kaufen und lesen, damit du nicht mehr Zeitungen verkaufen musst...“

Ich habe mich bei dem Jungen bedankt und habe ihm versprochen weiterzuschreiben.

Dann bin ich ins Gasthaus gegangen. Der Wirt brachte mir einen Kaffee und meinte: „Patrick hat dich eingeladen.“

„Wer ist Patrick?“, fragte ich.

„Na, der Junge, den du soeben im Hof getroffen hast.“

So etwas habe ich noch nie erlebt, dass ein Junge mich einlädt, und noch dazu von seinem Taschengeld. Auf der einen Seite war mir das unangenehm, und auf der anderen Seite war ich von seinem Benehmen sehr angetan.

Das zweite Erlebnis hatte ich sieben Tage nach dem Erscheinen meines Buches:

Ich parkte mein Auto in Neudorf bei Semriach vor einem Lokal, das eigentlich von Jugendlichen sehr stark besucht ist, eben so eine Art „Jugendtreff“. Plötzlich kam ein junges Mädchen - ich denke sie war ca. 16 bis 17 Jahre alt - geradewegs auf mein Auto zu und sagte: „Javad, warte!“

Ich habe das Mädchen gekannt, aber seit mindestens zwei Wochen nicht mehr gesehen. Das war ungewöhnlich, denn ich sah sie zuvor mindestens drei Mal pro Woche. Ich dachte, sie ist vielleicht auf Urlaub gewesen, aber jetzt ist Schulbeginn, da musste sie doch wieder zurück sein.

„Wo warst du so lange?“, fragte ich sie. „Ich habe dich schon vermisst.“

„Der Grund, warum ich heute da bin, ist folgender: Ich habe mich in den letzten zehn Tagen in meinem Zimmer verkrochen und wollte keinen Menschen sehen. Ich hatte keinen Lebenswillen mehr und wusste nicht mehr, wie es weitergehen soll. Dann hat mir eine gute Freundin dein Buch vorbeigebracht. Zuerst wollte ich es gar nicht lesen, aber dann habe ich es - aus Langeweile - doch getan. Das Buch hat mir so gut gefallen, und besonders eine Geschichte namens: Ich will nicht mehr! Ich hatte das Gefühl, du hast mein Leben beschrieben, ich war genau in der selben Lage.

Seit ich dein Buch gelesen habe, bin ich ein anderer Mensch geworden. Ich möchte dir danken, dass du mir das Leben gerettet hast. Und bitte, schreibe noch mehr von deinen Erlebnissen nieder. Vielleicht hilfst du einem Anderen, genau wie du mir geholfen hast!“

Zu dem Zeitpunkt war ich der glücklichste Mensch auf Erden.

Sieben Tage nach dem Erscheinen meines ersten Buches hatte ich bereits die Früchte geerntet, womit ich nicht gerechnet habe. Nie hätte ich mir erträumen lassen, dass ich nach so kurzer Zeit so viele Komplimente bekomme.

Ich danke der jungen Lady, und sie ist ein Grund mehr, warum ich dieses Buch schreibe.

Folgende Gemeinden in der Steiermark,

in denen ich mich jede Nacht einfinde:

Graz-Andritz

Weinitzen

Unterschöckel

Rinnegg

Kreuzberg

St. Radegund

Schöckel

Semriach

Friesach

Amstein

Rechberg

Tulwitz

Fladnitz/Teichalm

Passail

St. Kathrein a. O.

Weizklamm, Nass

Weiz

Göttelsberg

Gschwendt

Kumberg

Rabnitz

Fassel

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Sieben rote Rosen

Wenn ihr der Meinung seid, dass es im Leben keine Zufälle gibt, braucht ihr diese Geschichte gar nicht erst zu lesen!

Die folgende Begebenheit trug sich an einem schönen Sonntagmorgen im Sommer 2000 zu.

Ich war an diesem Sonntag nach 15 Stunden Arbeit so kaputt, dass ich nur einen Wunsch hatte: Nach Hause fahren und endlich schlafen. Ich hatte etwa 400 Kilometer heruntergespult und bin 300 Stationen angefahren. Es war bereits 6.45 Uhr morgens und taghell, als ich in Richtung Kalsdorf unterwegs war und nach Hause fuhr.

Plötzlich fiel mir auf der linken Seite der Straße ein rotes Auto auf, in dem ein Mann gesessen ist. Ich hatte den Mann ein paar Mal zuvor gesehen und er kam mir bekannt vor. Ich hielt es für außergewöhnlich, dass er um diese Uhrzeit am Sonntagmorgen im Auto saß. Vielleicht brauchte er Hilfe und ich konnte ihm behilflich sein.

Also drehte ich kurzentschlossen meinen Wagen um und stellte ihn direkt hinter seinem ab. Ich stieg aus dem Wagen und fragte ihn, ob er eine Panne hatte oder ob ich ihm sonst wie helfen konnte. Er bedankte sich bei mir für meine Hilfsbereitschaft und erklärte mir, dass er nur sehr müde sei und sich vor dem Weiterfahren noch etwas ausruhen wollte.

Ich konnte das gut verstehen, denn vermutlich hatte auch er eine lange Nacht hinter sich, und das war eben sehr anstrengend.

Beruhigt ging ich wieder zurück zu meinem Auto und wollte einsteigen.

Plötzlich hörte ich ihn sagen: „Du, Kollege, warte! Einen Moment, bitte!“ Der Mann stieg aus seinem Auto und öffnete den Kofferraum. Von dort holte er sieben rote Rosen heraus und kam mit den Blumen in seinen Händen zu mir.

„Nimm diese Blumen, bitte“, meinte er und streckte mir seine Hand mit den Rosen entgegen.

„Danke, aber ich will keine Rosen“, antwortete ich.

Er drückte mir die Rosen in die Hand und wiederholte: „Nimm die Rosen, das kostet dir nichts!“

„Trotzdem will ich die Blumen nicht“, sagte ich.

„Die Rosen sind für deine Gattin“, blieb der Mann hartnäckig.

„Meine Gattin hat mehr Freude an Küchengeräten, als an Blumen. Wenn ich ihr die Blumen nach Hause bringe, schimpft sie mit mir, warum ich Geld für Blumen ausgebe“, wollte ich den Mann überzeugen.

Doch ich hatte keine Chance ihn umzustimmen.

„Nimm sie mit, sie sind nicht für dich, sie sind für deine Gattin“, sprach er zu mir, warf mir die Blumen durch das Fenster ins Auto und ging einfach weg.

Ich hatte also keine andere Wahl, als die Blumen mit nach Hause zu nehmen und dachte mir, wenn er Freude daran hat, dann nehme ich die Rosen eben mit.

Ich vermutete, dass der Mann Rosenverkäufer war, sonst hätte er nicht so viele Blumen im Auto gehabt.

Ich fuhr nach Hause und überreichte meiner Gattin, die gerade dabei war, den Frühstückstisch zu decken und mir ein Frühstück zuzubereiten, die sieben roten Rosen.

Sie schaute mich an und bevor ich etwas sagen konnte, meinte sie strahlend: „Danke, ich wusste, das du unseren Hochzeitstag nicht vergessen hast!“

Ich wusste, dass meine Gattin fest davon überzeugt war, dass ich den Hochzeitstag doch vergessen hatte, weil ich in dieser Nacht um 2.00 Uhr morgens schon einmal zu Hause war, um die Zeitungsständer abzuholen, die ich bis in der Früh aufzustellen hatte. Ich hätte ihr genausogut zu diesem Zeitpunkt zum Hochzeitstag gratulieren können. Und tatsächlich war es mir das erste Mal passiert, seit ich verheiratet bin, auf den Hochzeitstag zu vergessen.

Nach ein paar Wochen traf ich den selben Mann zufällig auf der Straße. Er kam auf mich zu und sagte: „Du, danke, dass du mir

helfen wolltest.“

Ich sagte zu ihm: „Tausendmal Danke, dass du meine Ehre gerettet hast“, und lächelte dabei.